Buyback – Was ist das eigentlich?

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Viele wenn nicht gar die meisten neuen P2P-Plattform werben heute mit einer Buyback-Garantie. Aber was steckt dahinter und wie funktioniert dieses Buyback? Mir ist keine Deutsche Plattform bekannt, die ein ähnliches Konzept anbietet, daher war ich selbst sehr skeptisch, als ich das erste Mal davon las. Im Prinzip ist es aber ein simples Konzept, das so oder etwas abgewandelt auch in anderen Finanzprodukten existiert.

Was ist das?

Die Rückkaufgarantie (engl. buyback garantee) beschreibt einen Sicherungsmechanismus, den P2P Plattformen anbieten, um das Vertrauen der Anleger zu gewinnen. Es begegnet der größten Angst des Privatanlegers, nämlich Geld zu verlieren. Keine Zinsen zu bekommen, ertragen die meisten Anleger, wenn es gerechtfertigt ist. Der (teilweise) Verlust des eingesetzten Kapitals führt allerdings in der Regel zu Panikreaktionen, wie des Verkaufs des gesamten Depots, der Flucht ins Gold, o.ä..
Die Buyback Garantie ist kein feststehender Begriff, daher muss man bei jeder Plattform und teilweise sogar jedem Anbieter auf einer Plattform, die Konditionen prüfen. Das Minimum, das allen mir bekannten Rückkaufgarantien gemeinsam ist, ist, dass das investierte Geld zurückgezahlt wird.
Wann diese Rückzahlung erfolgt ist aber sehr unterschiedlich, bei manchen Plattformen sind es 30 Tage, bei manchen 60 Tage.
Oft werden zusätzlich die Zinsen garantiert, so dass das Investment im Endeffekt um den Rückzahlungszeitraum verlängert wird und die normalen Zinsen weiterbezahlt werden. Andere bieten das nicht an, was dann dazu führt, dass das Geld bis zu 60 Tage unverzinst „herumliegt“.
Ein Negativbeispiel für Individualregeln ist hier leider mintos, hier existiert inzwischen eine eigene Übersichtsseite. Verstehen kann man das kaum noch.
mintos originators

Mintos Darlehensanbieter und ihre Konditionen

Wie funktioniert es?

Buyback - kurz und knapp

schematische Darstellung der Buybackgarantie

Der Kreditnehmer zahlt den vereinbarten Zins X, z.B. 25%. Der Kreditgeber erhält die Zinszahlungen zu Zinssatz X, 25%. Er zieht davon seinen Risikopuffer Y ab, z.B. 12% und zahlt den Rest Z, 13%, an uns, den Investor aus.
Aus der Differenz der zwei Zinssätze bestreitet der Kreditgeber das Ausfallrisiko und garantiert dem Investor den Zinssatz Z. Vom Prinzip her arbeiten die Anbieter hier ähnlich, wie es bei Discountzertifikaten und Garantiezertifikaten an der Börse funktioniert. Durch die Begrenzung des Zins erwirtschaftet der Garantiegeber Erträge, fällt ein Kredit aus dem Portfolio aus, werden die Zinsen für den Anleger aus den erwirtschafteten Überschüssen aus den anderen Krediten gezahlt.
Damit das funktioniert, ist das Risiko-Management des Garantiegebers ausschlaggebend, verkalkuliert er sich und bezieht ungeplante Großereignisse, die zu massenhaften Zahlungsausfällen führen, nicht mit ein, kippt das Modell.

Garantien kosten Geld

Grundsätzlich gilt, Garantien kosten Geld. Sei es eine Herstellergarantie auf das neue Auto, ein Garantiezins oder eine Buybackgarantie, Garantien kosten Geld. Jemand übernimmt ein spezifisches Risiko für dich und möchte dafür bezahlt werden. Was bedeutet das für unsere P2P-Investments konkret? Wenn du dich gut auskennst und der Meinung bist, dass dein Risiko-Management besser ist, als das des Anbieters, dann solltest du auf Plattformen setzen, die keine Garantie anbieten, denn dann wirst du höhere Erträge erwirtschaften. Wenn du dagegen das Risiko lieber gegen einen  Abschlag auslagerst sind Rückkaufgarantien ein interessantes Werkzeug.
Das ist auch einer der Gründe, warum deutsche P2P-Plattformen keine Rückkaufgarantie anbieten. Die Zinsen in Deutschland sind am Tiefpunkt, wenn jetzt noch eine Garantie eingepreist werden muss, wird es so uninteressant, dass sich der Aufwand nicht lohnt.
Super, jetzt haben wir das Risiko outgesourct, jetzt können wir ruhig schlafen.
Nicht ganz, denn wir haben jetzt das Risiko, dass einzelne Kreditnehmer ausfallen, gegen ein Risiko, dass der Kreditgeber bzw. unser Garantiegeber ausfällt. Dies ist unser neues Risiko, was in der Regel aber sehr klein sein sollte, denn die Garantiegeber haben ein starkes Interesse daran, dass das Modell funktioniert. Zum einen verdienen sie gutes Geld damit, zum anderen benötigen sie die Investoren zur Refinanzierung der Kredite. Denn die wenigsten Kreditgeber haben soviel Geld, um beliebig expandieren zu können. Sie sind schließlich Nicht-Bankenkreditgeber und können kein Geld drucken.

2 Gedanken zu “Buyback – Was ist das eigentlich?

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